Louisiana und die Musik der Cajuns

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Elvis
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Louisiana und die Musik der Cajuns

Beitrag von Elvis » Mo 9. Mai 2011, 21:35

... so, jetzt gehts los!

Heute will ich über eine Musikrichtung berichten, die bei uns recht wenig bekannt ist. Es handelt sich um die Musik der französischen Einwanderer in Louisiana.

Vor ca. 200 Jahren verschlug es eine große Zahl französischer Einwanderer nach Louisiana. Sie flüchteten vor der britischen Okkupation in Kanada und fanden in den Südstaaten der USA eine neue Heimat. In den unzugänglichen Sümpfen, den Swamps und Bayous, bewahrten sie sich ihre Sprache und ihre Lebensart. Sie nannten sich selbst "Arcadiens", was von den englischsprachigen Amerikanern zu "Cajuns" verballhornt wurde. Erst in den frühen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts rückten diese Gebiete durch Ölsucher wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit.

Zunächst als "Hinterwäldler" bezeichnet, konnten die Cajuns aber das Interesse an ihrer Kultur an die Öffentlichkeit tragen. Sie haben es geschafft, sich in einer überwiegend englischsprachigen Gesellschaft ein Stück Tradition und vor allem ihre Sprache zu bewahren. Auch die traditionelle Cajun-Küche ist ein Teil der amerikanischen Gesellschaft geworden, man denke nur an "Jambalaya" oder "Gumbo". Das wär doch mal was für eine Sommerfete im Club, oder?

Was macht die Musik der Cajuns so besonders?

Nun - da wäre zunächst einmal die Sprache. Ein französischer Dialekt aus dem 18. Jahrhundert. Dieser hat bis heute nahezu unverändert überdauert. Die meisten Musikstücke werden in dieser Sprache gesungen. Die Besetzung ist vielseitig - Gitarre, auch elektrisch verstärkt, Kontrabass, Banjo und Fiddle. Aber fast nie fehlt das Akkordeon. Das ist es, was den Cajun-Sound so vielseitig macht. Es sind viele Einflüsse zu hören, vom Bluegrass über Irish Folk, aber auch Elemente aus dem Blues und natürlich traditionelle französische Stücke.

Alles in allem eine wilde, explosive und mitreißende Mischung, die starke Emotionen auslösen kann. Die Musik der französischsprachigen Farbigen nennt man übrigens "Zydeco". Hier dominieren Elemente des Blues, Akkordeoneinsätze sind weniger zu hören. Zudem werden hier die Texte oft auch auf englisch gesungen. Insgesamt kommt der Zydeco bluesig-rockiger daher.

Ich würde mich freuen, wenn man auch hier bei Country-Festivals etwas mehr von dieser Musik hören könnte. Sie hat es auf jeden Fall verdient, auch bei uns einen höheren Stellenwert einzunehmen. Denn sie ist, abseits des Country-Mainstreams, eine angenehme Abwechslung mit einem starken emotionalen Stellenwert. I love it...

So, liebe Countryfreunde, das wars für heute. Und das nächste Mal gibts was zum Thema "Western Swing"

Keep On Rockin'!

Cheers and Beers,

Elvis

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